Obst- und Gartenbauverein Ersingen e.V.
Obst- und Gartenbauverein Ersingen e.V.

Obst- und Gartenbauverein Ersingen e.V.
Bohninger Weg

75236 Kämpfelbach-Ersingen

Kontakt

Rufen Sie einfach an:

1. Vorstand Stephan Kaufmann (07231-88090) oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Veranstaltungen

Seniorennachmittag

Am Mittwoch, 31.07.19, 14.000 Uhr,  findet unser Seniorennachmittag auf dem Vereinsgelände statt.

 

Gartenfest

Vom 19.-21.08.2019 ist wieder unser 3-tägiges Gartenfest.

 

 

Der Schnitt von Obstbäumen

  1. Pflanzschnitt
  2. Erziehungsschnitt
  3. Instandhaltungsschnitt (Halbstamm / Hochstamm)
  4. Verjüngungsschnitt (Halbstamm / Hochstamm)

1. Warum Pflanzschnitt?

  • Weniger Wurzelmasse durch abgerissene Wurzeln beim Ausgraben und Wurzelschnitt; Stress durch Pflanzung -> Deshalb Pflanzschnitt um verschlechterte Versorgung auszugleichen
  • Formgebung für Zukunft

1a: Spindel:

  • Alle steilen Äste entfernen
  • Zu starke Äste entfernen
  • Ggf lange Fruchtäste einkürzen
  • Ggf Spitze einkürzen

1b: Halbstamm / Hochstamm

  • Nur Stamm und Leitäste verbleiben; Konkurenztriebe (steile Triebe) entfernen, Fruchtäste entfernen
  • Leitäste: Abgangswinkel möglichst 45°-60° (von oben)
  • Leitäste nicht auf gleicher Höhe (Quirl)
  • Leitäste ggf formieren (anbinden oder spreizen)
  • Rückschnitt Leitäste um ½ bis 1/3
  • Schnitt auf Innenauge (Auge über dem gewünschten Auge)
  • Stammverlängerung ca. 20 cm länger
  • Konkurenzknospen (innen an den Leitästen) ausbrechen
  • Stammverlängerung 2-3 Auge ausbrechen

2a: Spindel

  • Aufbau wie Tannenbaum
  • Fruchastverjüngung (max. 4-5 Jahre) dann komplett entfernen
  • Schlanke Fruchtäste
  • Fruchtäste nicht anschneiden
  • Ggf Schnitt auf „Plateau“

2b: Halbstamm / Hochstamm

  • Über Leitästen wie Spindel aufbauen
  • evtl. Konkurrenztriebe entfernen (falls keine Knospen ausgebrochen wurden)
  • Überbau verhindern
  • starke, nach innen wachsende Triebe entfernen (können durch Ausbrechen der – nach innen weisenden – Knospen von vornherein verhindert werden!)
  • Leitäste formieren
  • Rückschnitt der Leitäste und der Stammverlängerung
  • Saftwaage bei Leitästen

3a. Warum Schnitt?

  • Zugang ermöglichen (Ernte)
  • Alternanz verringern
  • Fruchtqualität verbessern (weniger aber dafür bessere Früchte)
  • Bruch verhindern ( durch zu starkem Behang)
  • Krankheitsanfälligkeit verringern (Pilzkrankheiten treten bei Feuchte auf -> je lichter der Baum um so schneller trocknet er nach Regenfällen ab -> umso geringer die Anfälligkeit gegen Pilzkrankheiten)

3b: Instandhaltungsschnitt:

  • Leitäste schlank schneiden und Höhe begrenzen
  • Fruchtäste auf Jungtriebe zurücknehmen
  • Abgekippte Fruchtäste einkürzen/entfernen
  • Mitte Höhe begrenzen
  • Mitte wie Spindel aufbauen (zu starke Fruchtäste entfernen, Überbauungen vermeiden)

4a: Verjüngungsschnitt

  • Auslichten
  • Leitäste ggf einkürzen, schlank schneiden oder neu aufbauen
  • Überbauungen verringern

4b: Verjüngungsschnitt wenn lange nicht geschnitten (mehr als 5-10 Jahre):

    • Es wäre nötig mehr als ½ bis 1/3 der Äste zu entfernen
    • Auf starken Rückschnitt folgt aber starker Wachstum -> erneutes starkes Schneiden nötig
    • =>Schnitt auf mehrere Jahre verteilen
    • Im 1. Jahr nur steile Konkurenzäste im Innern entfernen
    • Überbauungen reduzieren
  • Ggf im Sommer Wasserschosse entfernen
  • Im Zweiten und dritten Jahr Fruchtäste und Überbauungen weiter zurücknehmen Leitäste neu aufbauen

Die Ersinger Frühzwetsche

Unser Gründungsmitglied Karl Wilhelm Vögele unterhielt in Ersingen mehrere Baumschulen in denen er für die Goldschmiedbauern jener Zeit so manchen Kirschen- und Zwetschenbaum veredelte. Sein herausragender Verdienst jedoch ist die Züchtung der "Ersinger Frühzwetsche". Durch Reisende ließ er sich Zwetschenedelreiser aus südeuropäischen Staaten mitbringen und okulierte diese auf unsere einheimischen Wildlinge. Diese kreuzte er wiederum durch Fremdblütenbestäubung untereinander, verbesserte sie und züchtete so im Ablauf von Jahren eine völlig neue frühreife, große und wohlschmeckende Zwetschensorte. Bei einer Ausstellung in Bühl fand diese Zwetsche volle Anerkennung Als heimatverbundener Bürger gab Wilhelm Vögele der neuen Zwetschensorte den Namen "Ersinger Frühzwetsche". Der Name Ersingen ist durch diese Frucht weithin bekannt geworden.

Im Farbatlas Obstsorten von Manfred Fischer wird die Ersinger Frühzwetsche wie folgt beschrieben:

"Ersinger" ist eine sehr ertragreiche Frühsorte mit guter Fruchtgröße. Bei normalem Behang sind die Früchte geschmacklich gut. Die Sorte reift vor der "Bühler Frühzwetsche" Ende Juli bis Anfang August und wir als scharkatolerant eingestuft. Bei starkem Befallsdruck können jedoch vereinzelte Früchte befallen werden. Damit die Frucht transportfest ist, darf sie nicht vollreif gepflückt werden. Ein mehrmaliges Durchpflücken ist unbedingt notwendig. In nassen Jahren neigt die Frucht zu Fäulnis.

Der Baum wächst in den ersten jahren recht kräftig und bildet eine kugelige bis pyramidale Krone. Zur Vermeidung einer Alternanz und Verbesserung der Fruchtqualität muss er regelmäßig geschnitten werden. Am besten gedeiht die Sorte im Weinbauklima. Zum Anbau empfohlen wird der Typ "Kiefer", der besser gefärbte und größere Früchte bringt.

"Ersinger" blüht mittelspät und ist teilweise selbstfruchtbar. Als Befruchtersorten eignen sich "Katinka", "Cacaks Schöne" und "Hanita". Die Sorte hat als Bestäuber eine mittlere Pollenquaität. Der Ertrag ist sehr hoch.

Die rötlich violett gefärbten, länglich ovalen Früchte haben eine hellblaue Beduftung und lösen in den meisten Jahren mittel bis gut zum Stein. Das Fruchgewicht ist 35 bis 40 g, Durchmesser: 34 bis 38 mm. Die Früchte schmecken süßlich und sind bei Vollreife aromatisch und leicht gewürzt. Durchschnittlicher Zuckergehalt 15,2% (62 ° Oechsle). Die saftigen Früchte eignen sich zum Frischverzehr, zur Herstellung von Kompott und Marmelade, als Kuchenbelag vor allem für den Haushalt und weniger für Bäckereien.

Die Lagerung von Äpfeln in Plastikfolienbeuteln

Das Verfahren eignet sich in erster Linie für die Haushaltslagerung. Vielfach sind keine guten Keller vorhanden, in denen Äpfel gelagert werden können. Die in Plastikbeuteln gelagerten Früchte bleiben längere Zeit frisch; der Vitamingehalt verändert sich wenig.

1. Beutellagerung
Man verwendet Polyethylen-Folienbeutel mit 4 bis 6 kg Inhalt, Folienstärke 0,05 mm. Verschlossen wird mit Klebe- oder Drahtband. Die zum Einfrieren üblichen Beutel sind geeignet. 2 bis 3 Einstiche in die Beutel mit einer Stricknadel sind zweckmäßig.

2. Kistenlagerung
Leere Kisten mit Folie auskleiden, Kernobst vorsichtig einfüllen und oben zubinden. Bereits gefüllte Kisten können auch mit Foliensäcken überzogen werden.

3. Für die Folienlagerung eignen sich alle für die Lagerung geeigneten Kernobstsorten. Ungeeignet sind Frühsorten und überreife Früchte.

4. Die Ernste der für die Folienlagerung bestimmten Früchte muss mindestens 1 Woche vor dem normalen Erntetermin liegen. Die Früchte dürfen noch nicht genussreif sein.

5. Übergroße und bereits genussreife Früchte eignene sich nicht zur Folienbeutellagerung.

6. Die Früchte müssen frei von Beschädigungen (Schalenverletzungen, Druckstellen) und Krankheiten (Schorf, Monilia) sein und einen Stiel haben.

7. Die gefüllten Beutel bleiben 2 bis 3 Tage geöffnet im Lagerraum stehen. Die Temperaturangleichung beugt Schwitzwasserbildung vor. Nass geerntete Früchte müssen abtrocken. Nicht abreiben!

8. Zur Aufbewahrung ist jeder Raum geeignet, der abgedunkelt werden kann und nicht wärmer als 8 bis 10 Grad Celsius wird. Frostgefährdete Räume sind ungeeignet.

9. Die eingelagerten Beutel ab und zu kontrollieren und faulende Früchte entfernen.

10. Sollten sich auf einzelnen Früchten kleine, braune Schalenflecken zeigen, muss der betreffende Beutel geöffnet und verbraucht werden.

11. Es ist ratsam, die Früchte nach dem Auslagern einige Tage nachreifen zu lassen. Nach dem Abwaschen verliert sich auch der beim Öffnen der Beutel gelegentlich festzustellende eigenartige Geruch. 

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